Beim Wort Profiling denken viele zuerst an Kriminalfilme oder an manipulative Techniken. Doch hinter diesem Begriff steckt ein Werkzeug, das – richtig eingesetzt – im Coaching und in der Psychotherapie enorm hilfreich sein kann. Britta Diouf, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Profilerin und Expertin für Körpersprache, setzt Profiling gezielt ein, um Menschen schneller und gezielter helfen zu können.
Was ist Profiling wirklich?
„Profiling ist die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils, um daraus Verhaltensprognosen ableiten zu können“, erklärt Britta. Genutzt wird das nicht nur in der Kriminalistik, sondern längst auch in Unternehmensberatung, Marketing – und eben in der therapeutischen Praxis.
Dabei geht es nicht darum, Menschen in Schubladen zu stecken. Ganz im Gegenteil: Profiling bedeutet, viele kleine Signale differenziert wahrzunehmen und sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Dazu zählen:
- Wortwahl und Tonalität
- Mimik, Gestik und Körperhaltung
- physiologische Merkmale wie Schluckfrequenz oder Blinzelrate
- sowie die Fähigkeit, feine energetische Veränderungen wahrzunehmen
„Wir alle nehmen ständig solche Signale auf – meist unbewusst. Als Profilerin tue ich das bewusst und gezielt. Und ich tue es nicht, um zu urteilen, sondern um zu verstehen.“
Die richtige Hilfe – zur richtigen Zeit
Im therapeutischen Kontext hilft Profiling vor allem dabei, die Klientin oder den Klienten schneller zu erfassen. Wie ist der Energiezustand? Wie groß ist das Stresslevel? Wie offen ist jemand – und für welche Art der Ansprache?
„Wenn jemand sehr rational kommuniziert, braucht er auch rationale Bilder. Wenn jemand emotional erzählt, arbeiten wir eher mit inneren Bildern. Das sehe ich oft schon nach wenigen Minuten – und kann meine Herangehensweise entsprechend anpassen“, so Britta.
Auch der Zugang zu Methoden kann durch das Profiling erleichtert werden: Manche Menschen sind empfänglich für Hypnotherapie, andere eher für systemische oder verhaltenstherapeutische Ansätze. Hier hilft das Persönlichkeitsprofil, individuell und ressourcenschonend zu arbeiten.
Der erste Eindruck – und was er wirklich zeigt
Schon beim ersten Termin achtet Britta auf mehr als nur Worte: Körpersprache, Muskelspannung, Energiequalität – all das fließt mit ein. „Natürlich ist jemand beim ersten Gespräch aufgeregt. Aber gerade in diesen Momenten zeigen sich oft unbewusst die Dinge, die hinter der Fassade liegen.“
Wichtig ist dabei die sogenannte Baseline: das normale Ausdrucksverhalten einer Person. Erst wenn diese erfasst ist, lassen sich emotionale Abweichungen zuverlässig erkennen – ganz ohne voreilige Schlüsse.
Denn: Profiling funktioniert nur mit Feingefühl, Erfahrung und Ethik.
Kein Raten – sondern gezielte Resonanz
„Was mich antreibt, ist nicht das Wissen an sich, sondern die Verbindung, die dadurch möglich wird“, sagt Britta. „Wenn sich ein Mensch gesehen und verstanden fühlt, entsteht Vertrauen. Und genau das brauchen wir in der Therapie.“
Profiling ist deshalb für sie nicht nur Technik, sondern Beziehungskompetenz. Es geht nicht darum, jemanden „zu durchschauen“, sondern ihn in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen – jenseits von Diagnosen oder Standardfragen.
Warum mehr Therapeut*innen und Coaches Profiling nutzen sollten
Viele therapeutische Gespräche könnten zielgerichteter und wirksamer verlaufen, wenn die nonverbalen Signale der Klient*innen stärker beachtet würden. „Wir verlieren oft wertvolle Zeit, weil wir ausschließlich auf das achten, was gesagt wird – und dabei übersehen, was sich im Körper, in der Stimme oder in kleinen Gesten zeigt“, sagt Britta.
Profiling hilft, schneller die richtigen Fragen zu stellen, die passende Methode auszuwählen und das Gegenüber wirklich dort abzuholen, wo es steht. Es ist ein Werkzeug, das die professionelle Intuition schärft und die therapeutische Beziehung auf eine tiefere Ebene bringt. Gerade in einer Zeit, in der Menschen nach echter Verbindung suchen, kann diese Form der achtsamen Wahrnehmung den entscheidenden Unterschied machen.
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Britta Diouf gibt ihr Wissen in Coachings, Seminaren und Ausbildungen weiter – unter anderem in ihrer empractise Academy für emotionale Fitness. Wer lernen möchte, Menschen besser zu lesen, kann von ihrer Erfahrung profitieren – und lernen, mit geschärfter Wahrnehmung tiefer zu verstehen.
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